2016/ Gemeinschaftskonzert GV Liederkranz Bischweier & GV Frohsinn Langenbrand

Musikalische Bandbreite begeistert Zuhörer, von Dagmar Uebel, in Badisches Tagblatt (2016) Nr. 254, Grafik Liederkranz Bischweier, Foto Dagmar Uebel

Bischweier - Spätlese ist nicht gleich Spätlese, da sind sich die Weinkenner einig. So wie im Konzert des Gesangvereins Liederkranz Bischweier, das unter dem Motto "Musikalische Spätlese" stand. Das in der Sporthalle aufgeführte Programm zeigte in seinem "Konzert mit drei Chören" eine überraschende musikalische Breite und begeisterte durch die stimmliche Vielfalt der insgesamt mehr als 100 Sängerinnen und Sänger.

Die Bühne zeigte sich stets gut gefüllt, zum Schluss sogar rappelvoll. Und auch in der nicht gerade kleinen Sporthalle war, bis auf einige freie Stühle in der ersten Reihe, kaum noch ein freier Platz zu finden. Das altersmäßig bunt gemixte Publikum, vor Beginn erwartungsvoll gestimmt, steigerte sich während des Konzerts zu begeistertem Mitklatschen und es applaudierte zum Schluss sogar stehend. Kein Wunder eigentlich, traf doch das dargebotene musikalische Programm der drei Chöre die Geschmäcker fast aller Altersgruppen.

Zum Beispiel durch die sonoren Stimmen des Männerchors Bischweier und Langenbrand. Mit dem Tessiner Volkslied "Pferde zu vieren traben" überraschten die Sänger im ersten Programmteil das Publikum, das beim folgenden "Rot ist der Wein" schon mal mit sichtbarem Füßewippen mitging.

Mehr sängerische Facetten durch mehr Tonumfang, und das auf Deutsch gesungen, bewies der Gemischte Chor Bischweier. Gut gelaunt und in schönem Zusammenklang weiblicher und männlicher Stimmen versprach der Chor eine kleine musikalische Reise. Die Sänger schwärmten bei "Oj-ja" von grünen Wiesen und schönen Mädchen und Burschen in Kroatien. Beim Titel "Ungarischer Tanz" genossen die Zuhörer ungarische Lebenslust. Mit "Donna Maria" (Ralph Maria Siegel), einem ziemlich besinnlichen Titel, endete der deutschsprachige Teil des Konzerts.

Als die Sänger der "Vielharmonie" die Bühne betraten, war die Zeit für den jüngeren oder im Musikgeschmack jung gebliebenen Teil der Konzertbesucher gekommen. Da kamen dann mit "Calfornia Dreams" ein Titel der Gruppe "The Mamas & the Papas", von Leonard Cohen "Hallelujah" und von Michael Jackson "We are the world" zur Aufführung. Und auch James Bond schien im Saal präsent zu sein, als bei "Skyfall" aus zunächst animiertem Mitklatschen begeistertes Mitmachen wurde.

Der Gemischte Chor Langenbrand ließ sich mit "Heaven is a wonderful Place" auf Gospelgesang ein, schwelgte beim Schlager-Leichtgewicht "Lady Sunshine", ließ in "Kann es wirklich Liebe sein" (Elton John) Bilder aus dem Musical "König der Löwen" erstehen. Und auch Udo Jürgens kam "zu Wort", als der Chor mit dem Musical-Titel "Ich war noch niemals in New York" eine Hommage an das verstorbene Multi-Talent bot.

Zusammen mit dem Gemischten Chor Bischweier vorgetragen, mahnte der Titel "Zeit ist ein Geschenk" zur Besinnung auf Gegenwärtiges, verzweifelten Lateinkenner beim Verstehen des Inhalts von "Conquest of Paradise" und schwärmten wohl alle bei Friedrich Zimmers Titel "Granada".

Den Konzertschluss bildeten alle Chöre gemeinsam. Sie brachten dabei den Bühnenraum zwar fast an seine Grenzen, das Publikum mit "The Rose" (Amanda McBroom) jedoch zu wahren Begeisterungsstürmen.

Dank wechselnder Klavierbegleitung durch Lenchen Kneisch, Helena Loran und Roland Siebert, des guten Dirigats durch Elke Fortenbacher, Helena Loran und Horst Meier konnten die Chöre während ihres breitgefächerten Repertoires vor allem durch ihr musikalisches Können brillieren. Und auch wenn das für einen Weingenuss nicht üblich ist, für das absolute "Sahnehäubchen" sorgte Loran mit ihrer wundervoll ausdrucksstarken, prägnanten und sehr gut akzentuierten Stimme, als sie mit "Habt Dank, ihr Freunde" ("Amazing Grace" von Otto Groll) für den bestmöglichen Konzertschluss sorgte.

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