2015/ Neuer Chor des Gesangvereins Liederkranz Bischweier beeindruckt mit seinem ersten Konzert

Bischweier (mt) - Vielharmonie liefert gelungenen Einstand, in: Badisches Tagblatt (2015) Nr. 260
Fotos Gesangverein Liederkranz Bischweier


"We are the champions of the world" - die Band Queen hat sich diesen Ohrwurm ausgedacht und die "Vielharmonie" sang ihn bei ihrem ersten Konzert am Samstagabend in der ausverkauften Festhalle in Bischweier. Vielleicht nicht gerade die "Champions der Welt", aber die Champions in Bischweier waren die Sängerinnen und Sänger des neuen Chors des Gesangvereins "Liederkranz" Bischweier allemal, die nach zwei Jahren Probezeit zusammen mit einer Band rund um Roland Siebert (Keyboard) die Halle rockten, swingten und mit Disco-Pop-Titeln von Les Humphries oder ABBA selig zum Mitsingen animierten.

Die Truppe, die von der stets gut gelaunten Helena Loran mit elektrisierenden Fingerspitzen dirigiert wurde, riss von der ersten bis zur wirklich letzten Note das Publikum mit. Nicht nur die Programmauswahl von A wie ABBA bis Z wie Zugabe kam an ("toll, das kennt man alles, da kann man mitsingen", so ein Kommentar), auch das gesangliche Können, das Rhythmusgefühl, das Zusammenwirken mit der Band zeigte, wie erfolgreich die Probenarbeit war, wie viel Ressourcen Helena Loran erschließen konnte und mit welcher Begeisterung alle dabei waren. Das wippte und swingte bei "California Dreamin" fetzte bei Les Humphries' "Mama Loo" und brachte mit "Ice in the sunshine" bei den milden Temperaturen lässige Sommergefühle Anfang November.

Augenzwinkernd bemerkte Daniel Siebler, der zusammen mit Monika Melcher das Programm moderierte, dass ja überwiegend englische Titel zu hören waren. Aber eben nur überwiegend: Da rockten alpinistisch Daniel Siebler, Joachim Klostermeier und Markus Dehmer den Alpenrock "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern oder wurde "Geboren, um zu leben" von Unheilig so ausdrucksstark gesungen, dass es zu einer Hommage an "den Grafen", den Songschreiber der Band, gelang.

Pfiffig und mit swingendem Drive von Mary Hopkins "Those were the days" und ganz einfühlsam das "Hallelujah" von Leonhard Cohen. Hier ein Lob an die schön geführten Männerstimmen, die den Song begannen, bevor sich die Frauenstimmen genauso klar einfügten. "Thank you for the music" ist einer der unsterblichen Titel von ABBA und Sabine Reiß hatte den Part der "Vorsängerin" übernommen: Wow, welch' ein Volumen, das kam schon ganz nah ans Original. Dazu noch Hits wie "Something stupid" oder "We are the world" und von Udo Lindenberg als Band-Solo "Mein Ding" - der erste Teil war perfekt.

Wer glaubte, das Pulver wäre damit verschossen, sah sich getäuscht: Mit derselben Spannung setzte die "Vielharmonie" nach der Pause mit "The Rose" und dem "Sound of silence" das Programm in leisen Tönen fort, bevor sie mit "Kansas City", "Über den Wolken" in der Version von Dieter Thomas Kuhn und "Aber bitte mit Sahne" zum Gipfelsturm ansetzten. Vor diesem gab es noch das von den Sopranen sorgfältig intonierte "I don't know how to love him" aus "Jesus Christ Superstar".

Aber dann: "A tribute to Queen" mit allem, was das Herz begehrte: "We will rock you", "Bohemian Rhapsody", "We are the champions". Gelungen die ineinandergreifenden Einsätze der Register, gelungen die enge Verzahnung mit der Band und gelungen auch der rhythmische Drive, dessen Spannung der Chor von Anfang bis Ende hielt.

Eigenschaften, die für alle Programmpunkte galten, ebenso wie die klare Sprache, die das Zuhören und Mit-Tun zu einem Genuss machten. Zu einem Gipfel gehört ein Gipfelkreuz und das bildeten Band (Roland Siebert, Keyboard und Bandleader, Joe Raupp, Akustikgitarre, Frank Strolz, E-Gitarre, Fred Emrich, Bass, und Marco Bollian, Drums) aus "Auf uns" von Andreas Bourani und "Vielharmonie" aus dem James-Bond-Titelsong "Skyfall": Hier zeigte die "Vielharmonie", dass sie nicht nur "Stimmung" können, denn wie sie da in bester "Adele"-Manier in die Töne, in die Melodie "hineinschliffen", war gekonnt.

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