2007/ Ansprache Josef Rost zum 130. Geburtstag

Liebe Festgäste, Liebe Sängerinnen und Sänger !

Ich glaube auch im Namen aller Geehrten zu sprechen, wenn ich mich bei unserer Vorstandschaft, unter Leitung von Joachim Klostermeier bedanke, für die Geschenke und die anerkennenden Worte. In den 60 Jahren konnten wir viele schöne und auch besinnliche Stunden bei unserem Liederkranz erleben.



Aber wie fing alles 1947 wieder an? Es fehlten 26 Sänger, die vom Krieg nicht zurückgekommen waren. Auf der Ehrentafel, die jetzt zum ersten Mal an die Öffentlichkeit kam, sind die jungen Männer namentlich genannt.

Franz Maisch, der den Verein über den Krieg gerettet hatte, ließ durch den Ortsdiener mit der Schelle, alle jungen Männer in das damalige Gasthaus zur Blume rufen, die in unseren Verein eintreten möchten. Es traten viele ein. Wir jungen Leute wurden ganz selbstverständlich zwischen die älteren Sänger gesetzt.



Ehrungen der Sänger, der ‚Ersten Stunde' des Wiederaufbaues des Männerchores nach dem 2.Weltkrieg, für ihre 60 jährige Aktivität (v.l.n.r.) Josef Rost, Richard Hatz, Gebhard Müller, Heinz Hatz und Anton Kappenberger

1948, drei Monate nach der Währungsreform, hatten wir schon das erste Konzert in der Markthalle.

1949 fanden die ersten Kritiksingen in Muggensturm und Gaggenau statt. Nach Gaggenau fuhren wir mit dem offenen Lkw vom Kittel German und sangen da in der St. Josefskirche, die nach dem Bombenangriff noch ohne Dach war.

1950 kam als neuer Dirigent Hans Webel, der in den 30er Jahren mit dem Liederkranz schon große Erfolge hatte.

1952, das 75 jährige Bestehen musste gefeiert werden. Mit jetzt schon über 80 Sängern, wurde über 3 Tage ein großartiges Fest gefeiert. Die Vorstandschaft und der Dirigent hatten alles sehr gut vorbereitet. Das erste große fest nach dem Krieg, war insgesamt ein ganz großes Erlebnis für alle. Leider wurde der beliebte Dirigent Hans Webel, bald danach von einem Gaggenauer Verein abgeworben. - ohne Abfindung versteht sich!

Wir hatten in den folgenden Jahren einige Dirigentenwechsel.

1959 machte sich Helmut Kohm, mit seinem DKW-Motorrad, und als Sozius Otto Maier, der Vorstand, auf den Weg nach Durmersheim. Sie suchten das Elternhaus eines gewissen jungen Dirigenten mit Namen Gerhard Tritsch auf.

Die Ära Tritsch begann ! Nach einer nicht einfachen, gewissen Einarbeitungszeit der Sänger und ihrem Dirigenten, ging es dann steil bergan. Wir hatten immer wieder große Erfolge bei Festen und Konzerten. Nach einigen Geburtswehen bekam der Liederkranz auch noch einen Frauenchor. Ein lang gehegter Wunsch von Herrn Tritsch. 1967, das 90 Jährige wurde ein Riesenfete, über 3 Tage. Sonntags davor konnte der Gemischte Chor, beim Festgottesdienst, auf höchsten Niveau, zeigen was er gelernt hatte. Pfarrer Ferdinand Nörber, inzwischen ein Fan unseres Chores, lobte uns ganz besonders in seiner Festpredigt. Er sagte: "Ich habe mich in diesen Tagen oft gewundert, wenn am Nachmittag der Lautsprecher der Ortsrufanlage verkündet hat, und das mitten in der Heuernte und der Kirschenzeit,' Heute Abend, Probe für den Gesamtchor!' Da kann ich nur sagen; nach der Arbeit im Geschäft und in der Fabrik und anschließend auf dem Feld. Ja wahrhaftig, da wird ein Opfer für eine gute Sache gebracht, Alle Hochachtung!"

Das Fest war in gesanglicher und in wirtschaftlicher Art ein ganz großer Erfolg. Das große Festzelt war an allen Tagen voll besetzt. Am Montagabend drohte das Bier auszugehen und es musste in allen hiesigen Wirtschaften die Biervorräte geholt werden. Zuletzt auch noch in der Brauerei Degler in Gaggenau. Das Fest zog sich bis in die frühen Morgenstunden des Dienstags hin. Auch Ludwig Braun, der Präsident des Mittelbadischen Sängerkreises hatte einen langen Abend.

Die Jubiläen zum 100., 110. und 125. waren alles große Feste. Ebenso unsere Chor-Reisen 1990 nach Rom und in den folgenden Jahren nach Budapest und Wien, sowie das Singen im Kaiserdom zu Speyer war gut vorbereitet und alles einmalige Erlebnisse. All überall wo wir mit unserem Chor auftraten, haben wir die Farben der Gemeinde Bischweier würdig vertreten.

Abschließend möchte ich mich, und ich glaube auch für alle Sägerinnen und Sänger zu sprechen, für die ganze Organisation, bei der Vereinsverwaltung bedanken. Auch bei den früheren Verwaltungen, die über die vergangenen Jahrzehnten hervorragendes geleistet haben.

Nicht zuletzt Dank und Anerkennung an unseren langjährigen Dirigenten, Herrn Gerhard TRITSCH, für die außerordentliche Leistung, die er in den vielen Jahren für uns und den Verein erbracht hat. Wir freuen uns ganz besonders, dass er es mit uns und wir mit ihm, so lange ausgehalten haben. Deshalb hoffen und wünschen wir, dass wir alle zusammen, in zwei Jahren, so Gott es will, das 50 jährige Dirigentenjubiläum feiern können.

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